Queenstown

Nachdem wir uns etwas von Dunedin „distanzieren“ übernachten wir in einem ziemlich abgelegenen Campingplatz namens „Clutha Gold Cottages“ – Gold, weil in der Region in früheren Zeiten überall Siedlungen waren, in denen die Goldgräber zu Gange waren.
Dort sehe ich den ersten Blitz in Neuseeland! Klingt nicht besonders, ist es auch nicht!

Am nächsten Tag bewegen wir uns früh auf den laaangen Weg nach Queenstown und besuchen zwischendurch das beschauliche Örtlein namens „Alexandra“.
Hier spazieren wir bei strahlendem Sonnenschein … im Regen herum.
„Have you ever seen the rain.. falling down on a sunny day?“ – „Yes, we have“
Wir spazieren durch einen schönen Garten und lassen uns von den Wespen sekkieren.
Ausserdem hat Alexandra eine Uhr im Berg. (Uhh!)

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Zuerst knipse ich noch einige Bilder…

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… bis ich dann nach einigen kleineren Dörfern schlussendlich beim Autofahren einschlafe.
(Zum Glück auf dem Beifahrersitz)

In Queenstown angekommen verpassen wir zuerst Mal die Einfahrt zu unserem….richtig: HelpX – Platz!
Als wir dann nach einminütigem Umweg doch noch dort ankommen, werden wir zuerst von einer HelpXerin empfangen. Wir wunderten uns schon, warum die Gastgeberin aufeinmal so jung ist.
Dann jedoch taucht die wirkliche Gastgeberin auf, empfängt uns sehr freundlich und wohlgesonnt und zeigt uns die Räumlichkeiten. Am ersten Tag, wie fast überall üblich, müssen wir noch nicht butteln.

Wir schnippeln also während unseres Aufenthalts wie gehabt an einigen Bäumen, Sträuchern etc herum – mittlerweile sind wir wahrliche Staudenprofis geworden. Dies macht ziemlich Spaß, da der Garten wunderschön und eben und die Gastgeberin sehr dankbar ist. Kein krampfhaftes in der Böschung herumrutschen!

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Die andere Hälfte der Arbeit beinhaltet wieder das Reinigen der Apartments, was auch immer ganz gemütlich ist. Bissl den Besen und Staubsauger schwingen, während man laute Musik hört, ist ja jetzt auch nicht so schlimm.

Wegen eines Tips (Genitiv!!) der Gastgeberin stürzen wir uns von einer extremen Schaukel meterweit in das lebensgefährliche Gewässer:

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Sieht hier relativ unspektakulär aus. Ist es auch. Trotzdem hat sich meine Reisebegleiterin, weil sie patscherd ist, das Knie gestoßen. Aua!

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Das ist auch der Grund, warum wir leider in Queenstown nicht wandern können. Na das ist aber jammerschade – müssen wir leider faul sein, kochen, essen und uns in die Sonne an den See platzieren. Das Leben ist wirklich traurig.
Für eineinhalb Tage sind wir mit der Frühstückspension alleine und empfangen dort Gäste und bereiten ihnen Frühstück zu. Ganz lässig, wie die Leute hier in Neuseeland ihren HelpXern vertrauen.

Wir spazieren in einer ehemaligen chinesischen Siedlung herum. Das ist die angeblich erste wirkliche Ansiedlung von Chinesen in Neuseeland aus den 1860er Jahren (..in denen die Welt noch schwarz weiß war). Diese kamen nach Neuseeland, um das in der Region vorhandene Gold zu finden. Sie verdienten damit teilweise zehnmal soviel wie in ihrem Zuhause. Klingt erstmal gut – nur leider war das Leben weit entfernt von Familie und Freunden für sie so trostlos, dass viele von ihnen einen Großteil in Alkohol und Drogen investierten und dann oft gar nichts mehr überblieb. Einige gingen erfolgreich nach China zurück und hatten dort eine gute Zukunft, andere verblieben und starben einsam in der Siedlung. So auch der letzte Bewohner dieser chinesischen Siedlung; Ah Lum- er starb 1927 und damit löste sich diese Siedlung, die Teil von Arrowtown ist, auf.

Kein Vorurteil, sondern blanke Wahrheit:
Die Menschen waren wohl damals ziemlich klein.

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Noch ein paar Bilder von kleinen „Ausflügen“ in Queenstown

Dann aber. Ja aber dann taten wir etwas, was wir für Queenstown fix geplant hatten.
Also zuerst buchten wir es, damit wir es dann auch tun können. Denn wenn es gebucht ist, dann müssen wir es auch tun, weil wir es sonst ja umsonst – aber nicht gratis – gebucht hätten.
Blablabla.
Die Rede ist von der sogenannten Nevis Swing!
Einer Schaukel, die ca 100m über einem Tal hängt. Nach einem 60m freien Fall – der ziemlich viel Adrenalin in die Blutbahn presst – schaukeln wir dann noch gemütlich im Tal herum. Das ist ganz schön furchterregend, aber auch spaßig. Man freut sich dann auf jeden Fall, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat.
Dies wird dann fleissig mit einem wohlverdienten Cider begossen und zu Hause kochen wir uns zur Feier des Tages – quasi zur Wiedergeburt – was feines.

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Dunedin

Ab geht’s nach Dunedin – eine liebe, kleine Stadt mit 120,000 Einwohnern. Nach unserem Exkurs in das „kontinentale Neuseeland“ sind wir endlich wieder am Meer.
Bevor wir zum anstehenden HelpX Platz fahren, können wir noch etwas Zeit vertrödeln. Da es laut Wetterbericht der einzig sonnige Tag der Woche ist, gesellen wir uns zu den Surfern an den Strand. Im Gegensatz zu unserer Spielwiese in Ahipara geht es an der Ostküste der Südinsel mit den Wellen schon etwas mehr zur Sache. Das dürfen wir selber auch erfahren, aber dazu später mehr.

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Wir geniessen unsere Kürbissuppe auf einem Spielplatz, da uns die Gastgeberin erst um 8 Uhr abends erwartet.
Sie ist eine ältere Dame, welche am selben Tag noch von Wellington runterdüst, weil sie sich ein Auto für Entsorgungsarbeiten in ihrem Garten kaufte. Sie empfängt uns nett mit einem Tee und wir spazieren fast Eins zu Eins ins Bett.
Am nächsten Morgen helfen wir ihr in ihrem riesigen und vorallem zugewachsenen Garten. Wir stutzen einen Zwetschkenbaum und zerschnippseln einige Stauden, was sie sehr freut.
Nach etwa 2 Stunden Arbeit fällt mir auf, dass mir ziemlich schwindelig ist. Das wird zunehmend immer schlechter. Als ich mich dann nach dem Mittagessen niederlege, brennt die Birne ziemlich und ich muss mit Bedauern feststellen, dass ich wohl das erste Mal in Neuseeland krank bin. Fieber, Kopfweh, Ohrenschmerzen und Co. KG – das volle Programm also.
Am nächsten Tag regnet es dann zum Glück sowieso, weswegen uns die Gastgeberin nicht in den Garten schicken will. Das bedeutet leider auch, dass wir an anderen Tagen mehr arbeiten müssen.
Der Tag danach ist auch verregnet…also wird die Arbeitszeit wieder mehr. Mir persönlich recht, da ich immer noch krank bin. Meiner Reisebegleiterin geht das jedoch ziemlich „auf den Sack“, was ich verstehen kann. Sie wäre ja topfit.
Nunja, wir diskutieren ein wenig mit der Gastgeberin, dass wir gerne arbeiten möchten. So also der Plan für den folgenden Tag.

Als ich aufwache, wirft es mich immer noch ziemlich in der Landschaft herum. Am Frühstückstisch diskutiert meine Reisebegleiterin mit der Gastgeberin.
Die Gastgeberin will nicht, dass wir an besagtem Tag arbeiten – Samstag wäre ihr lieber.
Als wir mitteilen, dass wir gerne heute arbeiten möchten, sagt sie, dass sie unzufrieden ist. Wir haben in den letzten Tagen schon feststellen müssen, dass sie nicht kompromissbereit ist. Sie bittet uns schlussendlich mehr oder weniger, dass wir unsere Reise fortsetzen. (Wahrscheinlich, weil sie dachte, dass ich nicht krank, sondern zu faul bin) Also sind wir sozusagen rausgeschmissen worden, weil wir nicht an jenen Tagen arbeiten wollten, die sie sich vorstellte. Was wir ziemlich schwach finden…aber nun gut. Wenigstens müssen wir uns dann keine Sorgen um 8 Stunden Gartenarbeit in der Sonne machen – was sie an zwei Tagen in Folge von uns erwartete, obwohl sie in ihrem Profil um 4 Stunden je Tag an 5 von 7 Tagen bittet.
Ziemlich interessant, dass die Dame über 70 Bewertungen mit voller Punktzahl hat und niemand über ihren Sturkopf schreibt. Aber ja – wir mussten ja schon früher feststellen, dass kaum jemand negative Punkte über Gastgeber schreibt, weil keiner eine schlechte Bewertung vom Gastgeber haben möchte.

Wir sehen das ganze „sportlich“. Ich kuriere mich noch einen Tag aus und wir leihen uns für eine Woche Surfboards aus. Am ersten Tag bin ich noch etwas schwach und wir begeben uns zum „St. Kilda Beach“. Hier prasselt das Wasser schon mit etwas mehr Gewalt auf die Küste als in Ahipara. Bei dem Versuch hinauszupaddeln scheitern wir immer an der Angst vor den meterhohen Wellen oder der Gischt, die uns irgendwo herumspült. Einmal bekomm ich eine Welle auf die Birne und mit einem Schlag ist mein Kopfweh weg und mir läuft alles aus der Nase. Ich denke mal, dass das Salzwasser und der Schlag meine Nebenhöhlen befreit haben. Das bleibt auch das einzige Erfolgserlebnis des Tages.

Dunedin bietet auch Strassenkunst, hauptsächlich an Hauswänden in Seitenstraßen zu finden. Wir spazieren mit einer Karte der Highlights durch die Gegend und führen uns diese zu Gesicht. Hier ein paar Beispiele:

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Nach dem Scheitern in St Kilda versuchen wir uns an etwas gemächlicheren Stränden, bei denen wir dann auch wirklich surfen. Das macht sehr viel Spaß!
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Wir sind 3 Tage in Folge in Warrington und erwischen dort auch einige große Wellen. Ziemlich cooles Geräusch, wenn man die Welle runterzischt – das hörten wir bei den Miniwellen in Ahipara nie.
Aber auch in Warrington, welcher als Anfängerstrand gilt, kommen ab und an große Wellensätze herein. Ein paar Mal haben wir das „Glück“, dass wir genau in der Mitte eines Satzes gefangen sind. Dann spült einen das Meer mit dem Surfboard einfach nur durch die Gegend und man hat zwei Möglichkeiten: Entweder man tut nichts und bekommt jede Welle mitten ins Gesicht geklatscht…oder: Man taucht unter den Wellen durch. Was in Warrington wegen dem geringen Abstand zwischen Wellen sehr sehr anstrengend war.
Wir haben dennoch viel Spaß und genießen die Woche sehr.

Zum Abschluss und wegen der günstigen Lage von Dunedin wollen wir noch gerne Pinguine sehen. Das gelingt uns beim ersten Versuch in der „Sandfly Bay“ leider nicht. Ein Mitarbeiter des „Department of Conservation“ (schützt Natur und Tiere, wartet Wanderwege etc.) erzählt uns, dass die meisten Pinguine ein bisschen landeinwärts in ihren Nestern hocken und mausern – ein Vorgang, bei dem die Pinguine die alten Federn abwerfen und ein neues „Federkleid“ heranwächst. In dieser Zeit sind die Pinguine nicht im Wasser – und dürfen natürlich bei dem Vorgang nicht gestört werden.

Durch einen hilfreichen Tip einer französischen Dame begeben wir uns am nächsten Tag ca 80km südlich zum sogenannten „Nuggetpoint“
IMG_6670.jpgIn der Bucht daneben sollen sich zum Sonnenuntergang wohl die Pinguine zurück in ihr Nest begeben. Der Nuggetpoint selber ist eine riesige Felsformation. Recht spektakulär. Überall spielen Robben im Wasser. Als ich durch meine Kamera blicke, bemerke ich, dass sich auf einem Felsen Pinguine befinden. Das ist praktisch…wenn diese verschwinden, können wir also in die andere Bucht spazieren und diese dann beobachten. Dies passiert wie vorhergesagt und wir sehen die knuddeligen Federviecher:
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Das wars dann mit Dunedin. See ya!

 

Geraldine, Twizel & Mt. Cook

Wie immer – bis zum nächsten HelpX ist etwas Zeit zu überbrücken. Da wir auf „Abenteuer“ aus sind, entscheiden wir uns das erste Mal für einen Gratis Campingplatz…im absoluten GARR NICHTS. Auf der Fahrt dorthin fahren wir fast einem Possum über die Schnauze. Wäre wohl egal gewesen – diese Tierchen gelten nämlich hier als Seuche – gibt zuviele und sie sind sehr schädlich für das Ökosystem. Sie fressen unter anderem auch das Lieblingstier und Namensgeber der Neuseeländer – einen flugunfähigen Vogel namens Kiwi.
Am Campingplatz finden wir eine Toilette, einen Tisch und ein anderes Auto vor.
Wir schlafen, wir wachen auf, wir verlassen den Campingplatz wegen der Überzahl an Sandfliegen.

Bevor es nach Twizel geht, frühstücken wir ganz gediegen an einem Rastplätzchen in der aufgehenden Sonne und stoppen an einem Aussichtspunkt, von dem aus wir zum ersten Mal den Mount Cook beobachteten:
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Mit ein wenig Anspannung suchen wir unseren neuen Platz für eine Woche. Wir werden in der wunderschönen Heartland Lodge von Peter und Jane in Empfang genommen. Die beiden Neuseeländer – je knapp 60 – besitzten schon einige Hotels und Campingplätze und sind nun in Twizel ansässig. Ihre Heartlandlodge, welche sie vor 6 Monaten übernommen haben, besitzt 3 luxuriös eingerichtete Zimmerchen und eine durchschnittlich eingerichtete Wohneinheit. Wir nächtigen im unteren Stock der Durchschnittseinheit und dürfen eine gut eingerichtete Gasteinheit (mitsamt großzügigem Bett) unser Eigen nennen.

Da wir den ersten Tag noch nicht arbeiten müssen, düsen wir zum Lake Ohau.
Ich habe kurz vor unserer Abfahrt von Christchurch unser Bett noch etwas modifiziert, sodass es noch leichter zu zerlegen ist.
Warum diese Info? Na vor uns steht unser erster offizieller Hitchhiker.
Nach einem kurzen Informationsaustausch steht nun also ein Linzer vor uns. Der Kerl wandert seit Oktober von der Nordspitze Neuseelands nach Süden ist nun bald an seinem Ziel angekommen. Ziemlich beeindruckende Geschichte, die er uns auftischt. Zumal er laut seinen Aussagen nie wirklich sportlich war. Inspirierend – da ich ja auch immer über ein solches Unterfangen nachdenke, hole ich mir einige Insiderinformationen. Wie das mit dem Essen so läuft und wieviele Kilometer der Herr je Tag so spaziert.
Er ist auch so nett und lässt mich ein Foto von ihm knipsen:
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Die nächsten Tage baden wir in Gebirgsseen und spazieren in der Gegend des wunderschönen – und extrem eindrucksvollen – Mount Cook herum. Die höchste Erhebung Neuseelands ragt mit 3724 Metern über Seehöhe aus dem Boden.

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Natürlich kann man als einfacher Wanderer ohne hochalpine Erfahrung nicht auf den Gipfel klettern – aber wir sind auch mit mehrstündigen Wanderungen zufrieden. Da uns die Aussicht vom „Red Tarns Track“ nicht reicht, klettern wir noch etwas höher und genießen dann folgenden Ausblick:

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Weiters spazieren wir den Hooker Valley Track, welcher über einige ziemlich lange Hängebrücken führt und eine andere Sicht auf den „Stein“ bietet.

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Der Gipfel des Mt. Cook ist natürlich nicht das einzig sehenswerte, aber logischerweise die Hauptattraktion der Gegend..

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Zusammenfassung des HelpX Platzes:
Wir arbeiten je 2-3 Stunden am Tag und bekommen gute Tips zu der Region. Peter und Jane versorgen uns weiters mit leckerem Gemüse aus ihrem Garten und geben auch manches Mal Fleisch an uns weiter. Wir werden sie in guter Erinnerung halten, da sie sehr herzensgute, hilfsbereite und nicht zuletzt lustige Menschen sind!

Um das Erlebnis rundum Twizel noch abzurunden, übernachten wir ein erneutes Mal auf einem kostenlosen Campingplatz. Vorallem ich bin an dem Sternenhimmel interessiert – sagen ja die ganzen Schilder am Straßenrand, dass wir uns am „Star Highway“ entlang bewegen.
Und zweifelsohne hab ich die Milchstraße noch nie so hell auf mein Auge leuchten sehen – ziemlich speziell. Hier ein Foto, das die Wahrheit nicht im geringsten wiedergeben kann – aber man muss ja auch nicht immer alles mit Fotos beweisen 😉
(Für die Interessierten: Es handelt sich nur um eine Einzelaufnahme – hier wurde nichts gestackt – war zu faul)

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Hanmer Springs, Christchurch 1, Akaroa, Christchurch 2

Nachdem wir einen saftigen Muskelkater in der Beinmuskulatur haben, springen wir am mittelfrühen Nachmittag vorsichtig in unsere Blechbüchse und bewegen uns Richtung Hamner Springs, welches besonders für seine natürlichen – jedoch von Menschenhand umgebauten und demnach kostspieligen – Hotpools bekannt ist. Bei einer Aussentemperatur von 2 Litern Schweiß pro Sekunde geht das Interesse gegen Null.
Wir entscheiden sich für die gemütliche Variante des Nichtstuns – also nur ein kurzer 45 Minuten Spaziergang durch einen lässigen Wald mit vielen europäischen Bäumen. In der Küche des Campingplatzs schmilzt uns dank großzügiger Verglasung die Visage vom Kopf. Aber wenigstens zerstochern uns die Sandfliegen in der ansonsten angenehm kühlen Nacht. Also ein entspannender Aufenthalt. Solche Erlebnisse gehören wohl auch dazu.
Mit zu wenig Schlaf im nächsten Tag angekommen spazieren wir mit brennenden Waden über 2 sehr nervenzehrenden Stunden einen steilen Weg hinauf zu einem sehr hohen Wasserfall. Als die anderen Besucher abzischen, stelle ich mich im Adamskostüm drunter.
Ganz schön kalt und das Wasser hat auch einen ordentlichen Zunder drauf. Naturkärcher sozusagen. Hier eine optische Täuschung. Hihi – so ’neu‘ wie Fotos vom Turm von Pisa.
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Wir verfolgen brav den Wetterbericht und die Nachrichten, weil bald ein tropischer Sturm über Neuseeland hereinziehen wird. Was dieser bewirkt, könnt ihr nachfolgend lesen.
Am Terminkalender steht jedoch vorerst ein Treffen mit Leuten, welche in Urlaub fahren und deswegen jemanden brauchen, der auf ihre Unterkunft aufpasst.
Wir besuchen diese also in Christchurch und scheinen ihnen sympathisch zu sein, weswegen sie uns nach 2 Minuten Gespräch einen Schlüssel in die Hand drücken. Nach einer kurzen Einweisung brausen wir auch schon wieder weg und sollen dann 3 Tage später mit dem Housesitting beginnen.
Wir haben uns extrem kurzfristig für einen Abstecher nach Akaroa entschieden und haben null Plan, was uns dort erwartet. Die Fahrt dorthin ist ganz interessant. Die Straße führt kreuz und quer durch die Gegend, weil überall Hügel sind. Die Aussicht ist sehr schön:IMG_6222.jpg

Zum Schluss geht uns ein bisschen die Düse, weil der Campingplatz um 8 Uhr das Büro schließt und wir schon mit reichlich Verspätung im Gepäck unterwegs sind. Zum Glück ist uns unbegründet der Reis gegangen, weil noch jemand da ist. Wir checken also ein und kochen gemütlich unser Futter, bevor wir uns in die Hapfen hauen.
Der nächste Tag begrüßt uns mit reichlich Wind. Die See ist sehr stürmisch, weil es stürmt. Ergibt Sinn?!
Nunja, auf jeden Fall zischen meterhohe Wellen an den Strand, was ziemlich imposant aussieht.
Wir möchten gerne etwas die Umgebung besuchen, fahren also raus aus der Bucht und den Berg hinauf. Oben angenkommen tanzen die Plastikpflöcke am Strassenrand cha-cha-cha.
Unser Auto zittert vor Angst. Als der Wind nicht nur stark, sondern auch böig wird, entscheiden sich unsere Regenabweiser auch mitzuzittern. Nach einigen Sekunden sind von den vormals 4 Regenabweisern nur noch 1 Regenabweiser da. Wir sind traurig und so ist unser Auto, weil es sich nun sehr nackt fühlt.
Wir finden es sicherer, doch am Campingplatz zu bleiben und verbringen dort den Großteil des Tages.

Als der Wind etwas später wieder nachlässt, besuchen wir Akaroa, eine französische Siedlung. Der Einfluss ist deutlich zu sehen – weil überall Flaggen hängen und viele Straßennamen französisch sind. Natürlich gibt es auch eine Bäckerei mit Baguettes.
Dort befahren wir unter anderem eine Schotterstrasse, welche am Ende Aussicht auf Akaroa verspricht. (Nicht in der Bäckerei)
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Der Wind pfeift uns noch immer ordentlich um die Lauscher. Der geplante Spaziergang auf die Onawe Peninsula (Halbinsel) wird dennoch bestritten. Diese kann nur an +-1h von Flut entfernt bewandert werden. Wir sind verwundert, dass die gar nicht so kleine Halbinsel sehr schön gemäht ist. Ganz schön viel Arbeit!
Hier sieht man den bei Flut unpassierbaren Weg:
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Bei der „Heimreise“ nach Christchurch zieht extremer Nebel auf, welcher uns veranlässt unsere Geschwindigkeit auf etwa 50km/h zu drosseln.
In unserem Heim für die nächsten 5 Tage angekommen erwartet uns eine nette Nachricht, was zu tun ist. Den kleinen Gemüsegarten bewässern, die zwei Katzen füttern und das Leben in Strandnähe genießen sind unsere Aufgaben. Das werden wir schon schaffen.

Die nächsten Tage passiert dann nicht viel Erwähnenswertes. Wir spazieren den Strand entlang, kochen uns feine Speisen und versuchen zu surfen.
Mit versuchen ist gemeint, dass die Wellen immer schlecht sind. Anfängertauglich ja. Aber Spaß hätte man nur wenig. Müssen wir wohl auf Dunedin setzen – dort solls ja sehr gut sein.
Und wir treffen erneut eine alte Bekannte, welche durch Zufall mitbekommt, dass wir in Christchurch sind. Wir spazieren mit ihr durch den Botanischen Garten und schauen uns einen Teil eines sehr kitschigen Kindertheaters an, was mitunter sehr lustig ist. Als uns der Hunger ergreift, speisen wir bei einem sehr guten Mexikaner. Die Portionen sind klein, dafür aber wenigstens teuer. Nunja – wir sind ja Premiumbackpacker. Zumindest solange wir Geld haben 😉

….und wenn sie noch nicht bankrott sind, dann essen sie noch heute.

Bis dann!

Ward & Kaikoura

Da noch einige Tage bis zum nächsten WWOOFing Platz bleiben und der Gastgeber noch nicht definitiv zugesagt hat, übernachten wir vorerst eine Nacht auf einem Campingplatz in Ward im absoluten Nichts, weil es nur 12,5$ pro Person und Nacht kostet.
Wie sich herausstellt eine gute Wahl. Der Campingplatz ist trotz seines geringen Preises sehr gut ausgestattet.
Von Ward aus gucken wir uns das Cape Campbell an (der drittöstlichste Punkt der Südinsel)
Diesmal gibts bewusst kein Foto davon, weil der Leuchtturm mit der Landschaft einfach langweilig aussah 😉

Hier jedoch einige andere Fotos:
Wunderschöner VW Bulli:
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Unsere langweilige Karre:IMG_5917.jpg

Strand:

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Nach einem guten Schlaf geht es schleichend, aber fahrend weiter. Die Gegend rundum Kaikoura wurde 2016 von einem Erdbeben komplett zerstört. Große Teile der Schnellstraßen werden derzeit repariert, deswegen läuft der Verkehr dorthin extrem langsam. In Kaikoura angekommen sehen wir auch, dass viele Gebäude einfach fehlen und überall Schotterplätze sichtbar sind, wo die Gebäude mal waren. Und natürlich viele neue Gebäude, was in anderen Gegenden Neuseelands nicht wirklich üblich – weil auch nicht notwendig – ist.

Am Campingplatz tummelt sich dann eine weitere Schönheit:
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Kurz nachdem wir zwei Nächte auf dem Campingplatz gebucht und bezahlt haben, sagt uns der Gastgeber zu, weil jemand anderes abgesagt hat. Nungut, wir verbringen unsere bezahlten Nächte auf dem Campingplatz.
Eines Tages öffnen wir unseren 30$ Wein, den wir stilecht aus 1$ Häferln schlürfen.
Weil der Wein in die Birne reinfährt, bin ich wieder besonders lustig.
Hier das Ergebnis:

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Wir spazieren den sogenannten Peninsula Walkway, welcher uns in eine Bucht führt, die mit Robbenkolonien und Brutplätzen von Vögeln ziemlich belebt ist.

Hier Leute, die einen Sealfie tätigen (Seal = Robbe, Mario = Wortwitzler)
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Und hier ein Vogel, der in seinem sehr bunten Zuhause sitzt:
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Bei unseren Gastgebern angekommen werden wir von einem knapp Ü50-jährigen Mann empfangen, der sehr entspannt wirkt. Er bietet uns Tee an und erklärt uns wie das ganze in ihrem Zuhause abläuft. Wir bekommen ein interessantes Schlafzimmer, welches irgendwie zwischen Dach und Garage ist. Nur, dass in der scheinbaren Garage kein Auto steht. Nunja, egal.
Am ersten Tag graben wir eine Wasserleitung für die Bewässerung eines Feldes ein und füttern Ziegen. Keine normalen Ziegen, sondern eine Rasse, von der nur noch 300 Tiere in Neuseeland leben. Die nächsten Tage erledigen wir vielfältige Aufgaben. Zum Beispiel tragen wir Hühner in ein anderes Gehege. Ganz interessant, wenn man weiß, wie. Mit einem speziellen Griff fange ich die Hühner. Sie sitzen dann mit ihrem Bauch auf meiner Hand und bleiben dabei ganz ruhig. Beweis:
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Und wir helfen Max beim Bauen einer Flying Fox (Seilrutsche). Die ungefähr 150 Meter lange Seilrutsche baut er als Geburtstagsgeschenk für seine Frau.
Hier am Testen des Klettergerüsts – leider können wir die Seilrutsche nicht ausprobieren, weil sie nicht ganz fertig wird, bevor wir abdüsen.
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Er braut auch Bier, was unserem Gaumen sehr schmeichelt. Die Mahlzeiten sind dank Gemüse aus dem eigenen Garten ebenfalls sehr schmackhaft.
Vor dem Erdbeben hatte die Familie auch eine Langustenaufzucht. Leider wurde einer der Teiche durch das Erdbeben zerstört und somit ist die Aufzucht auf Eis gelegt.
Ach – und die Gastgeber sind auch sehr lustig, was den Aufenthalt alles in allem mehr als angenehm macht.

An unserem vorletzten Tag spazieren wir auf den Mount Fyffe, welcher mit 1602 Metern über Seehöhe noch einer der niedrigeren Gipfel in der Gegend ist. Da wir aber ziemlich auf Seehöhe (200m) starten, stellt sich die Wanderung als doch sehr anstrengend heraus. Nach knapp 3 1/2h Aufstieg stehen wir am Gipfel und überblicken Kaikoura.
Die Aussicht ist wunderschön.
Das Wetter leider auch. Somit prasselt es uns erneut ordentlich auf den Zuzz. Auch wenn es hirnrissig erscheint, ziehe ich meinen Pullover an und setze mein Shirt auf, damit mich die Sonne nicht komplett knusprig kocht. Der Abstieg ist dann nur noch ein Kinderspiel. Wir finden sogar eine Hütte, hinter welcher wir trinkbares Regenwasser finden. War auch bitter nötig, da unser Wasser ziemlich am Ende war.
Achja, Fotos:
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Und damits noch etwas mehr zu lesen gibt, noch eine ziemlich verrückte und gleichzeitig tragische Geschichte.
Wir haben am Freitagabend den Campingplatz verlassen. Als wir zwei Tage später mit den Gastgebern gequatscht haben, erzählten sie, dass am Samstagabend eine Frau ihren Mann erstochen hat – auf dem Campingplatz, auf dem wir auch waren. Mh. Ich hätte nicht so gerne weiterhin auf dem Campingplatz übernachtet, wenn das während unseres Aufenthalts passiert wäre.

Naja. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder ein etwas fröhlicheres Geschichtlein am Ende.
Gehabt euch wohl!

Nelson & Blenheim (sonnigste Orte von Neuseeland)

Nelson & Blenheim

Nach Takaka ging es ab nach Nelson.
Auf dem Weg dorthin stoppen wir an einem Aussichtspunkt, der leider nur den Blick auf ein ziemlich vernebeltes Tal zulässt.
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Nelson und Blenheim (nächste Station) streiten sich jedes Jahr um den Titel des sonnigsten Ortes Neuseelands.
Fakt ist: Von den 7 Tagen, die wir dort waren, regnete es an 5 Tagen fast durchgehend.
Soviel dazu.

Wir wohnen mit einer Māori (Ureinwohner Neuseelands) Dame in ihrem Haus am Hügel, welches einen wunderschönen Ausblick bietet.

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Mit Whirlpool und ein wenig Wein gaffen wir uns bei Nacht die Lichter der Stadt an. Im Vergleich zu einem stickigen Hostel ohne Fenster, das man sich mit 10+ anderen Leuten teilen muss, also ganz okay. Wir schnibbeln als Ausgleich ein wenig an ihrem Garten herum und helfen ihr beim Zusammenräumen ihres Kaffee/Restaurants.

In Nelson hab ich mir dann auch endlich eine Regenjacke gekauft…in der sonnigsten Stadt von Neuseeland. Naja, wir sind dann rundum den Flughafen spaziert, um diese zu testen. Man kann sich dort ans Ende der Start/Landebahn stellen und dann fetzt einem ein Blechbomber über die Birne hinweg. Ziemlich laut und imposant.

Wir spazieren dort auch ganz brav herum. Unter anderem besuchen wir ein erneutes Mal den Abel Tasman Nationalpark und plantschen zwischen Hin-und Rückweg in den wunderschönen Gewässern dort. Andere Lebewesen genießen mit uns.

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Auch bewandern wir einen Ort namens „Cable Bay“.
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Hier vernehmen wir nach 4 stündigem Wandern einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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Nach Nelson bewegten wir uns nach Blenheim. Dort haben wir eine HelpX Stelle bei einem älteren Herren mit einer kleinen Farm.

Wir schlafen in einem alten Wohnwagen. Am Abend des ersten Tages gibt es ein ‚ausgiebiges‘ Mahl: 2 Würstel, Brokkoli, Karotten und ein bisschen Kartoffelpürree. Wir werden stutzig.

Am nächsten Morgen packen wir Müsli und Milch aus. Er weist uns darauf hin, dass wir mit der Milch sparsam umgehen sollen, weil das nächste Geschäft 50km weit weg ist. Und wenn die Milch leer ist, dann haben wir eben keine Milch mehr. Wir werden stutziger.
Da der Gastgeber sein Haus bald verkaufen möchte, erklärt er uns über eine Stunde lang, was er wohin räumen möchte. Wir kennen uns original genau Null aus. Danach putzen wir eine Stunde lang seine Badewanne und Fenster in der Küche, bevor es rausgeht. Wir schleppen 2 Stunden lang schwere Pflöcke durch die Gegend, welche er mit dem Traktor aus dem Boden zieht. Als wir mit der Arbeit fertig sind verspricht er uns Mittagessen zuzubereiten. Ich spaziere eine Stunde später in die Küche und er liest gemütlich sein Buch. 20 Minuten später gibt es dann endlich Mittagessen, welches aus einem Omelett je Person besteht (2-3 Eier). Das wars dann auch. Natürlich fragt er auch nicht, ob es genug ist.
Das war dann somit das kleinste Mittagessen, das ich bekommen habe, seitdem ich 3 Jahre alt war. Hätte ich statt dem Essen eine Fliege verschluckt, hätte ich weniger Hunger gehabt.

Da hört dann also der Spaß auf – wir packen unser Zeug. Als er uns in unser Auto gehen sieht, fragt er, wohin wir fahren. Wir erläutern ihm, dass wir nicht zufrieden mit dem Essen sind..schon gar nicht, wenn wir halbe Bäume durch die Gegend zerren. Er sieht nur verdutzt und sagt, dass er verwirrt sei. Nunja, das merkt man.
Dass der Wohnwagen komplett voller Mist und das Bade/Toilettenhäuschen ebenso, habe ich noch gar nicht erwähnt.
Er sagt dann noch, dass wir kaum gearbeitet haben, was wir mit einem Lachen abwehren, während wir in unser Auto einsteigen. Danach versucht er noch die Schuld auf uns zu schieben. Wir sollen sein Profil genauer lesen.
Als wir ihm erklären, dass er jedoch kaum Information auf seinem Profil hat, wird er sauer.
Nach einem kleinen und vorallem sinnlosen Hin und Her ziehen wir mit Freude von dannen.

Wir verbringen die nächste Nacht in einem gemütlichen Backpacker/Campingplatz, von dem aus wir einen schönen Rundgehweg besuchen, in dessen Mitte ein Schiffswrack liegt.
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Ebenso bekraxeln wir den „Mount Vernon“. Wie vorhin gesagt sind wir in Marlborough, einer der sonnigsten Gegenden Neuseelands, unterwegs. Dementsprechend prasselt uns der Gluthügel in den Nacken. Beim Raufspazieren schnaufen wir wie eine Dampflok und die Suppe läuft uns bis in die Socken. Dafür werden wir mit einer schönen Aussicht belohnt:

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Da Marlborough unzählige Weinerein besitzt, darf eine Radtour mit Weinverkostung natürlich nicht fehlen. Bei vielen Weinereien darf man bis zu einem Dutzend Weinsorten testen. Obwohl ich kein großer Weinkenner bin finde ich einige Weine, dir mir ziemlich schmecken. Nach 3, 4 Weinereien hat man dann auch schon halbwegs einen im Tee und das Radfahren wird lustig. Wir erfahren extrem viel über die Herstellung von Wein, wie Champagner gebastelt wird usw.

In der No.1 Family Estate Weinerei sehen wir eine junge Dame, welche ursprünglich aus der Steiermark stammt und nun in Neuseeland wohnt. Damit sie ihr Arbeitsvisum aufrecht erhalten konnte, musste sie mit Chatverläufen beweisen, dass sie hier einen legal lebenden Partner hat. Ziemlich witzig.

Hier der wolkige Tag, an dem wir uns auf den Drahtesel geschwungen haben:
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Hey – ab in den Süden!

Die letzten Tage auf der Nordinsel verbringen wir in Wellington. Der kleinen und gemütlichen Hauptstadt von Neuseeland, die ca. soviele Einwohner wie Linz besitzt. (~200.000)
Wellington liegt am südlichen Ende der Nordinsel und ist deswegen umrundet von Küsten – also viel Strand = gut.

Nach einer nicht so langen Fahrt in Wellington angekommen spazieren wir sofort auf den örtlichen Berg namens Mount Victoria.

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Danach spazieren wir in die Stadt und genießen Fish and Chips für 6 Euronen, was ein ziemlich fairer Preis im Anbetracht der Portionsgröße ist.
Und dann weint die halbe Welt, dass Neuseeland ja achso teuer ist 😉

Die ersten beiden Nächte können wir gratis in Wellington wohnen. Eine auf der Great Barrier Island geschlossene Bekanntschaft lässt uns in dem Haus schlafen, auf welches sie aufpasst. (House Sitting)
Eine dieser Nächte ist Silvester.
Hier lassen wir uns von einem Taxi in ein nahegelegenes Hostel chauffieren, in dem eine gut besuchte Silvesterparty stattfindet. Wir trinken uns gemütlich ins neue Jahr und genießen am nächsten Tag ein ausgiebiges Frühstück um 12 Uhr mittags.

Nach einer kleinen Müdigkeitsgammlung bewegen wir unsere verkaterten Kadaver zum Cable Car von Wellington.

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Oben angekommen besuchen wir das (Gratis)museum und bekleiden uns mit süßlich riechenden Klamotten, die vermutlich zu 70% aus Motten bestehen und knipsen ein Foto, das uns zurück in die Vergangenheit wirft. In die gute alte Zeit, in der die Welt noch schwarz-weiß war.

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Erneut trennen sich die Wege von unserer Bekanntschaft, welche einige Tage früher als wir auf die Südinsel zieht.

Wir gesellen uns auf einen netten Campingplatz etwas ausserhalb des Gewusels von Wellington.

Eines schönen Tages besuchen wir eine Küste, welche für ihre wilden Robben bekannt ist. Natürlich kann man diese nicht immer betrachten.
Als wir gerade auf den Weg dorthin sind, kommt uns ein Mann mit einem Quad entgegen und erzählt uns ganz nervös, dass wir schnell sein sollen. Wir spazieren um die Ecke und finden eine riesige Robbe vor, welche sich ganz gemütlich auf den Steinen wälzt.

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Danach besuchen wir das allseits bekannte Hollywood….äh Wellington- Schild…

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…und werfen einen Blick auf den Flughafen.

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Als dann der große Tag anrückt, um uns nach genau 3 Monaten von der Nordinsel zu verziehen…keine Angst, wird kein spannender Satz.
Wir bewegen also unser Gefährt kurz vor Mitternacht auf die Fähre von Wellington nach Picton. Dort treffen wir standardmäßig natürlich Leute, die wir kennen. Nämlich Leute vom Surfcamp. Ganz lustig.
Die Fähre zieht in ein paar Stunden, welche ich schlafend am Boden verbringe, nach Picton.

Um 4 Uhr frühs in Picton angekommen bemerken wir, dass wir gar keine Unterkunft haben. Nach einiger Suche bemerken wir ebenfalls, dass kein Campingplatz um diese Zeit einen Checkin ermöglicht. Mh, vermutlich haben wir uns nicht mit zuviel Intelligenz berühmt gemacht. Nach einigem Herumfahren finden wir einen Ort für unsere kriminelle Machenschaften namens „In einem Auto übernachten“. Nach 2 Stunden Schlaf wachen wir auf. Nicht wegen dem Wecker. Zum Glück auch nicht wegen der Polizei.
Nein. Wir wachen auf, weil uns ein Dolm eins zu eins in unseren Kübel reinscheppert. Und dann ganz gemütlich mit seiner Eisenbüchse davonsegelt als wär nix gewesen. Nunja, schlaftrunken hab ich leider das Kennzeichen nicht erkennen können. Zum Glück ist an unserer Schnauze nichts zerbröselt – nur einige Kratzer hat unsere Schönheit erleiden müssen.

Wir treten also unsere Reise nach Takaka an. Takaka ist ein überschaubares Dörflein, welches nahe dem Abel Tasman Nationalpark liegt. Mit einer kleinen Müdigkeit im Nacken fahren wir vorsichtig, aber laut, falsch und mit Begeisterung zu den Liedern singend und vorallem mit einigen Hektolitern Kaffee im Blutkreislauf über Stock, Passstraßen und Stein durch den Norden der Südinsel.
Auf dem Campingplatz werfen wir uns schnellstmöglich jegliche Fressalien hinter die Kiemen und schmeissen uns in die Hapfen.

Wir tätigen an nachfolgenden Tagen zahlreiche Besuchungen der nahegelegenen Sehenswürdigkeiten. Spazieren durch Höhlen, durch die sogenannten Labyrinth Rocks, besuchen die angeblich klarste Quelle von Australasien etc. pp.

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Auch besuchen wir den Farewell Spit. Das ist eine natürlich entstehende Sandinsel, die immer mehr wächst, weil sich dort durch den Meeresstrom Sand anlagert. Dort ist eine große Wüste, in der es wie in einem Vogelhaus zieht.

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